Jetzt ist es soweit. Nach einem guten Jahr und ein paar zerquetschten Monaten werde ich dann heute Nacht, so richtig schön klischeehaft, meine letzte Zigarette rauchen. Ich schreibe das hier mal in die “Öffentlichkeit” hinaus, weil es das Ganze irgendwie offizieller macht und den Druck erhöht. Will ja möglichst keinen enttäuschen. Werde ich auch nicht, weil ich ja einfach aufhöre.
Habe gerade selber nix zu sagen, deswegen sag ich einfach mal, dass das hier mit das Großartigste ist, was ich bisher gesehen habe. Wie er seine Gesangsmelodien aufeinander aufbaut… Geniestreich Nr. 765 von ihm. Auch wenn er zuerst den Anfang versemmelt.
Kurz Werbung in eigener Sache… Nachdem ich Anfang Mai meine Diplomarbeit abgegeben habe (und noch auf den Postboten mit der Note warte…), arbeite ich jetzt als Manager Community & PR bei PhotoBox. PhotoBox ist europäischer Marktführer für Online-Fotoentwicklung mit mehr als 11 Millionen Mitgliedern. Wer gern (digital) fotografiert und mehr mit seinen Fotos machen will, als bloß auf dem Computer angucken, MUSS bei uns vorbeigucken! Wir haben viele wirklich großartige Foto-Produkte zur Auswahl. Also, zackzack, hier geht’s lang: www.photobox.de
Außerdem feiern wir dieses Jahr unseren 10. Geburtstag und haben uns selbst mit einer neuen Facebook-Seite beschenkt. Auch da lohnt sich natürlich das Vorbeischauen! More coming soon…
Wer sich ab und an mal kreativ auslebt, sei es mit Musik, Film, Fotografie, Text, kennt das bestimmt: Diese neue Idee, die sich im Kopf wie ein furchtbarer Ohrwurm von den Venga Boys festsetzt und unbedingt das Licht der Welt erblicken will. Diese Idee, die absolut keine Ruhe lässt. Diese Idee, von der man oft überhaupt nicht weiß, wo sie herkommt. Und dann wieder diese Momente, wenn man absolut überhaupt keine Idee hat, völlig leer ist und denkt, da kommt nie wieder irgendwas. Dieses krampfhafte, total belanglose Rumklimpern, Knipsen, leere Worthülsen. Dann denkst du, du kannst überhaupt nicht mehr Gitarre spielen. Frustrierend. Dieses Gefühl und dieses Zweifeln hat Nick Cave einfach grandios in Wort und Ton gepackt:
“You weren’t much of a muse / but then again, I weren’t much of a poet”
Kreativität ist schon seltsam. Stur und willkürlich. Ich geh jetzt auf jeden Fall in den Keller und nehme was auf. Sonst finde ich heute keine ruhige Minute mehr.
Der Titel von diesem Artikel ist natürlich geklaut.
Eine sehr interessante und absolut lesenswerte Serie von Wolfgang Blau auf Süddeutsche.de zum Verhältnis Social Media und Journalismus: Wozu noch Journalismus?
Ein 16-Jähriger gilt jetzt als Hauptverdächtiger bei dem Mord an einem 19-Jährigen am vergangenen Samstag in Hamburg. 16 Jahre alt und bekannter Intensivtäter. Was bringt ein 16 Jahre altes Kind dazu, jemanden zu erstechen – wegen nichts (vorausgesetzt der Verdacht bewahrheitet sich)? Erziehung? Biologie? Perspektivlosigkeit? Falsche Vorstellung von Männlichkeit? Wahrscheinlich alles irgendwie und doch nichts davon, weil so etwas nur unbegreiflich bleiben kann.
Zwei Leben zerstört – Die Formulierung soll Täter und Opfer natürlich nicht auf eine Stufe stellen. Trotzdem ist es wahr.
YouTube und die GEMA reden nicht mehr miteinander. Das ist schön, dann stolpert man bald wenigstens nicht mehr aus Versehen über richtige Videos, wenn man sich durch die Massen von privaten Akustikgitarren-Coverversionen klickt. Die können ja auch schön sein.
Manchmal kommt es mir so vor, als besteht YouTube nur noch aus “Dieses Video enthält content von [Plattenfirma] und ist in deinem Land nicht mehr verfügbar.” Natürlich ist die Digitalisierung und das Internet für ein Produkt wie die Musik durchaus heikel. Wie die Zukunft der Musikindustrie aussehen wird, kann wohl noch niemand so wirklich sagen. Nur, ganz subjektiv, ist diese Sperrung von Musik nach Ländern für mich ziemlich unverständlich. Ich finde die Musik doch sowieso irgendwo, warum darf ich sie mir dann nicht offiziell ansehen? Und welche Werbung wäre denn für neue Musiker (bspw. Janelle Monáe) besser, als eine Empfehlung mit einem eingebunden Video auf Facebook an die Freunde? Sie kann’s bestimmt gebrauchen. Damit das jemand kaufen kann, muss er’s natürlich überhaupt erstmal kennen. Nö, darf ich aber nicht.
Ich kaufe immer noch Musik (ja, tatsächlich! Sogar CDs. Finde Downloads furchtbar) und nutze YouTube etc., um mir einen Eindruck zu verschaffen. Außerdem kann ich ja auch global legal kaufen. Wie gesagt, Urheberrecht/Digitalisierung/Internet passen nicht so wirklich gut zusammen, aber für mich ist dieses Geomobbing einfach ärgerlich.
Jetzt noch der Belehrungszeigefinger: Bezahlt für Musik, Leute. So viele Bands draußen haben’s verdient. Und nötig. Es ist halt immer noch ein Beruf. Sonst muss eure Lieblingsband eben wieder beim Bäcker arbeiten.
Nachdem sich Bischof Mixa dann doch irgendwann mal erinnern konnte, dass er vielleicht ein paar Ohrfeigen verteilt hat, läuft jetzt eine Vorermittlung wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs gegen ihn. Sobald solch ein Vorwurf erhoben wird, haben viele ihn wahrscheinlich gedanklich schon verurteilt. Und das nicht nur, weil man jemandem, der einmal lügt, nicht mehr glaubt. Dieser Vorwurf wiegt stets so schwer, dass er hängen bleibt. Gerade öffentlichen Personen, die schon in der Kritik stehen, scheinen viele dieses Verbrechen einfach schnell zuzutrauen. Skandalgeilheit. Wer glaubte Michael Jackson schon, dass nichts Illegales passiert ist. Weder vor, noch nach dem Freispruch. Doch auch bei diesem Vorwurf und in der Situation, in die sich Mixa und die Kirche selber manövriert haben, muss natürlich bis zum Gegenbeweis die Unschuldsvermutung gelten.